14 | 11 | 2019

Instrumente im Blasorchester

Du möchtest gerne ein Instrument lernen und weißt noch nicht, welches? Hier werden einige Musikinstrumente vorgestellt, wie sie auch in unserem Orchester vertreten sind. Vielleicht ist etwas passendes für Dich dabei.

(Bilder von http://www.yamaha.com)

Das Tenorhorn ist ein typisches Instrument der volkstümlichen Blasmusik. Es ist, wie das Flügelhorn, ein "weit mensuriertes Blechblasinstrument". Eigentlich ist es ein Flügelhorn in doppelter Größe (damit es tiefer klingt), das man in eine Horn-Form gebogen hat (damit es handlicher ist). Ein "Bariton" ist fast das gleiche wie ein Tenorhorn, nur noch ein bisschen weiter und "bassiger".

Die Tenorhörner bestimmen mit ihrem weichen, runden "Sound" den Klang der gesamten Kapelle. Nur sehr selten werden sie für rhythmische Zwecke "missbraucht oft aber tragen zusammen Flügelhörnern und Klarinetten die Melodie, häufig haben harmonische Begleitstimmen Gegenmelodien zu spielen, in fast jedem Stück einen eigenen Solo-Part, meistens Posaunen Tuben.

Das Tenorhorn ist in der Blaskapelle zuhause - und dort ist es unverzichtbar.

Durch den zunehmenden Einfluss aus Amerika und den Niederlanden steigt aber seine Bedeutung auch im sinfonischen Bereich an. Durch geschickte Instrumentierung gelingt es den heutigen Komponisten, dass der Klang eines Blasorchesters dem eines Sinfonieorchesters kaum noch nachsteht; die Besetzung des Tenorhorns (am.: Euphonium) spielt dabei eine wesentliche Rolle.

Euphonium

Tenorhornisten sitzen in der Kapelle zwar auf den hinteren Bänken, aber dort führen sie das Regiment. Es wird ein hoher Anspruch an ihre Fähigkeiten gestellt. Sowohl Präzision und Schnelligkeit, aber auch Ausdruckskraft und viel Gefühl für Melodie und Klang sind hier gefordert - kein Instrument für Faulenzer. Als Gegenleistung dürfen sie, Stück ein - Stück aus, die schönsten Melodiestimmen spielen, bei denen es einem nie langweilig wird.

Die Posaune ist ein sehr interessantes Instrument - und ein sehr altes: Der "Gleitzug", mit dem die Töne verändert werden, ist bereits seit dem frühen Mittelalter bekannt. Die Ventil-Technik der Trompeten und Hörner kam erst viel später.

Eine Posaune ist eigentlich nur ein zusammengelegtes Rohr, dessen Vorderteil sich verschieben lässt. Auf diese Weise ändert sich die Länge des Rohres und damit auch der Ton. Mit ihrem "Zug" ist die Posaune das einzige Blasinstrument, das ein natürliches "Glissando" zuwege bringt (übergangsloses Ziehen eines Tones).

Ebenso wie die Trompeten und Waldhörner gehören auch die Posaunen zu den "eng mensurierten Blechblasinstrumenten". Das besondere an diesem Instrument ist seine natürliche Klangvielfalt: mit einer Posaune kann man klare und scharfe Töne erzeugen, dass es nur so fetzt, man kann laut und volltönend spielen, aber auch weich und gefühlvoll. Der Tonumfang reicht von der hohen Tenorlage bis hinab in die Kontra-Oktave. Damit kann die Posaune auch als Bass-Instrument eingesetzt werden.


Posaune

Im Blasorchester hat der Posaunen-Satz hauptsächlich harmonische und rhythmische Parts zu spielen; in fast jedem Stück gibt es aber Solo-Passagen, in denen die Posaunen glänzen können.

Das Spielen auf einer Posaune sieht zwar ganz anders aus, als bei den anderen Blechblasinstrumenten, aber das Prinzip der Tonerzeugung ist das gleiche. Daher ist es für einen Posaunisten nicht schwer, auch Bariton oder Tuba zu erlernen.

Die Posaune ist der große Bruder der Trompete. Dementsprechend gibt es sie überall dort, wo es Trompeten gibt: Vom Sinfonieorchester über die Trachtenkapelle, Jazz- und Big Bands bis zum Rock-Bläsersatz. Stars wie Phil Collins, Tina Turner, Joe Cocker oder Marius Müller-Westerhagen machen keinen Live-Auftritt ohne ihren Bläsersatz, bestehend aus Trompete, Sax und Posaune.

Der Charakter der Posaune hängt stark von dem jeweiligen Musikstil ab, der mit ihr gespielt wird. In der Militärmusik ist sie ein Führungsinstrument, in der volkstümlichen Blasmusik führt sie ein ehr zurückgezogenes Dasein, in der sinfonischen Musik ist sie ein wichtiges Harmonie- und Solo-Instrument, in der Jazz- und Rockmusik ist sie fetzig, agil und "groovy".

Das Waldhorn ist der König unter den Blechblasinstrumenten. Wie schon sein Name sagt, wurde es von Jägern im Wald benutzt, um sich durch Signale miteinander zu verständigen. Das Waldhorn hat einen weichen, tragenden Klang, der weithin zu hören ist und das Wild nicht erschreckt.

Weniger wegen dem Wild, aber wegen seines schönen Klanges ist das Horn auch im Orchester unerlässlich. Wer kennt nicht den typischen Waldhorn-Sound, z.B. in Tschaikowskys "Blumenwalzer"? Das Waldhorn hat einen großen Tonumfang und ein vielfältiges Klangbild. In der tiefen Lage klingt es weich und "brummelig", im mittleren Bereich voll und majestätisch; in der hohen Lage kann ein Hornist auch scharf und "schrill" spielen.

Waldhorn

Die Waldhörner bilden zusammen mit den Tenorhörnern und Posaunen das harmonische und rhythmische Fundament im Orchester. Gerade aber in der modernen sinfonischen Blasmusik gewinnen die Hörner immer mehr an Bedeutung: sie spielen Untermalungen, Gegen-Melodien, Signal-Einwürfe und übernehmen auch oft die Führungsstimme.

Das Waldhorn ist das Klassik-Instrument Nr. 1. Es wird oft als Solo-Instrument benutzt, ist fester Bestandteil in Sinfonie- und Blasorchestern und auch viele kleinere Gruppen und Ensembles brauchen ein oder mehrere Hörner für ihren "Sound".

Hornisten können bereits ohne große Anstrengung viel zum Klang ihres Orchesters beitragen. Deshalb werden ihre vielseitigen Möglichkeiten eher sparsam, oft als besonderes i-Tüpfelchen, eingesetzt. Sie müssen manchmal etwas warten, bis ihr großer Moment gekommen ist: Dann zeigen sie, was sie können.

Eine Tuba ist ein großes Instrument - das größte Blasinstrument in einer Kapelle.  Deshalb gibt es nur wenige Tubisten im Jugendalter, denn eine gewisse Körpergröße und einen robusten Körperbau braucht man schon, wenn man Tuba spielen will.
Ein jugendliches Nachwuchstalent braucht aber nicht traurig sein, weil er/sie für die Tuba noch zu klein ist. Für begabte Blechbläser (Trompete, Flügelhorn, Waldhorn, Tenorhorn, Posaune) ist es kein allzu großes Problem, auf dieses majestätische Instrument umzusteigen.

Sousaphon
Tuba Sousaphon

Bei einer Tuba muss man nicht erklären, wie sie klingt. Sie ist das unumstrittene Fundament im Blasorchester und spielt "den Bass". Das kann je nach aufgelegter Literatur trivial bis höchst anspruchsvoll sein, wie bei jedem anderen Instrument auch.

Für alle Bassisten ist es nützlich, sich in der Musiktheorie und in der Harmonielehre gut auszukennen. Darüberhinaus benötigen sie den Rhythmus eines Schlagzeugers, das Gehör eines Posaunisten und das Gefühl eines Flötisten.

Tubas gibt es in verschiedenen Formen, je nach Anwendungszweck. Neben der Konzerttuba, die ein großes Klangvolumen entwickeln kann, gab es schon früh Tubas, die beim Marschieren oder Reiten handlicher waren. Die europäische Variante heißt  "Helikon". Daraus entwickelte sich in Amerika das "Sousaphon" (nach dem Komponisten John Phillip Sousa). Dies lässt sich beim Spielen im Stehen oder Laufen besser tragen als ein Konzertbass und ist zudem ein echter Hingucker!

Längst hat auch die elektrische Bassgitarre Einzug in die Blasorchester gehalten und wird aufgrund ihrer Beweglichkeit gerne für Tanzmusik und moderne sinfonische Musik eingesetzt. Die Tuba wird sie aber nicht verdrängen können, denn trotz der fast grenzenlosen Lautstärke, die ein elektrisches Instrument erzeugen kann, klingt ein Blasorchester alleine mit einem E-Bass recht mager. Erst die Tuba bringt die richtige "Fülle" und ergänzt sich mit dem E-Bass zu einer ausgewogenen Kombination.