20 | 08 | 2019

Vereinschronik Musikverein 1892 e.V. Kleinostheim

 

 

Chronik 1

Aus dem Gemeindearchiv ist zu entnehmen, dass sich im Jahre 1892 acht junge Männer aus dem früheren Militär- und Kriegerverein zusammenfanden und eine Musikkapelle gründeten. Bald darauf machten diese sich selbständig und gründeten einen Verein. Dies ist der Ursprung der Tradition, auf die sich der heutige Musikverein gründet. Durch den Zugang von immer mehr Jugendlichen vergrößerte sich der junge Verein rasch. Auch die Anforderungen an die junge Kapelle wurden immer größer. Das letzte Gründungsmitglied der ersten Musikkapelle, Herr Heinrich Eizenhöfer, verstarb 1957 im Alter von 81 Jahren.

Der Erste Weltkrieg riss große Lücken in die Reihen der Mitglieder. Das Vereinsleben und auch das aktive Musizieren kam vollkommen zum Erliegen.

Nach dem Ersten Weltkrieg, in den Jahren 1918/1919 wurde in dem früheren Gasthaus „Zum Steinbachtal" die Tradition des Musikvereins fortgeführt. Als damaliger Dirigent wurde der Musiklehrer Ziegler aus Aschaffenburg verpflichtet. Die wirtschaftlichen Nöte jener Tage erlaubten es aber nicht, den Dirigenten über eine längere Zeit zu halten. Die aufkommende Inflation bewirkte, dass die entstehenden Kosten von den Vereinsmitgliedern nicht mehr aufgebracht werden konnten. Der Musikverein war gezwungen, ohne Dirigenten zu arbeiten. Dadurch verflachte auch die aktive Tätigkeit immer mehr. Es kam so weit, dass musikalische Verpflichtungen ohne maßgebliche Unterstützung auswärtiger Musikfreunde nicht mehr erfüllt werden konnten. 

Ein Aufschwung trat erst wieder in den Jahren nach 1926 ein. Der Musikverein konnte sich für seine Kapelle wieder einen Dirigenten leisten. Für dieses Amt wurde der Stadtkapellmeister Dietrich aus Aschaffenburg gewonnen. Der musikalische Leiter hatte sich vornehmlich um die musikalische Ausbildung der neu hinzutretenden Jugendlichen zu bemühen. Aber auch während der Zeit der Massenarbeitslosigkeit war es nicht leicht, allwöchentlich das Geld aufzubringen, um den Dirigenten zu bezahlen. Die älteren Musiker lernten den Nachwuchs an den Instrumenten an. Proben fanden abwechselnd in der Schneiderwerkstatt Sendelbach und bei Schneider Karl Glaab statt.  

Mit wachsenden Erfolgen spielte die Kapelle des Musikvereins nun bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges. Die meisten aktiven Musiker wurden zum Kriegsdienst eingerufen. Die musikalische Tätigkeit des Musikvereins kam erneut vollkommen zum Erliegen. 

Im Jahre 1946 riefen die damals ältesten Mitglieder der Kapelle, Karl Glaab und Josef Lippert, die verbliebenen Musiker des Musikvereins zu der ersten Musikprobe nach dem Zweiten Weltkrieg zusammen. Zurückgekehrt waren sieben Männer. Mit dieser Besetzung trat der Musikverein bei kleineren Anlässen in Kleinostheim schon kurz darauf wieder auf. Die Aufbau- und Konsolidierungsphase dauerte lange. Erst im Jahre 1949 erhielt die Kapelle erstmals wieder eine Anfrage von außerhalb. Der Musikverein Kleinostheim umrahmte damals eine größere Faschingsveranstaltung im Kurhaus von Hanau-Wilhelmsbad. 

Karl Glaab trat im Jahre 1949 aus Altersgründen vom Amt des l. Vorsitzenden zurück und übergab das Amt einem der jüngeren Musiker Leo Reuter. Herr Leo Reuter war zu dieser Zeit aktiver Musiker, Ausbilder, Dirigent und Vorsitzender in einer Person. 

Im Jahre 1954 konnte durch maßgeblichen Einsatz des damaligen 2. Vorsitzenden Ferdinand Seitz Herr Fritz Kühn aus Aschaffenburg als Dirigent gewonnen werden. Herr Kühn arbeitete bis 1965 als Dirigent unseres Vereins.  

Dies war der Grundstein für einen enormen Aufstieg der Blasmusik in Kleinostheim. Die aktive Musikkapelle wuchs und gewann an Qualität. Eine erste Jugendkapelle wurde herangebildet, die jedoch nur kurze Zeit bestand.  

Herr Leo Reuter war aus beruflichen Gründen gezwungen den Vorsitz des Vereins abzugeben. Im Jahre 1955 übernahm kurz Herr Josef Geibig das Amt des l. Vorsitzenden. Herrn Ferdinand Seitz wurde im Jahre 1956 diese Aufgabe übertragen, die er bis 1971 ausfüllte.  

Herr Kühn wurde aus gesundheitlichen Gründen im Jahre 1965 von Willi Schubert aus Grünmorsbach als Dirigent abgelöst.  

Im Jahre 1968 konnte Ferdinand Seitz, inzwischen auch musikalischer Leiter des Vereins, in Zusammenarbeit mit dem damaligen Kaplan Wolf und Schülern von Leo Reuter eine größere Jugendkapelle zusammenstellen. Das junge Orchester erspielte sich einen großen Freundeskreis in Kleinostheim. Die musikalischen Leistungen der Jugendkapelle wurden auch außerhalb gewürdigt. 

Der Tod des 1. Vorsitzenden Ferdinand Seitz im Jahre 1971 erwies sich für den Verein als lange nicht zu bewältigender Schicksalsschlag. Die Jugendkapelle zerfiel sehr bald. Im Mai 1972 verstarb plötzlich der damalige Dirigent Matthäus Duttine. Auch dies war für den Musikverein ein schwerer Verlust.  

In der Krisenzeit seit dem Tode von Ferdinand Seitz stand der Verein unter der jungen Leitung von Siegbert Porkert, der das Amt bis 1977 innehatte. Erneut war es danach Leo Reuter, der als 1. Vorsitzender die Geschicke des Musikvereins zu lenken hatte.  

Chronik 3

Der Versuch, die Jugendkapelle zu erhalten, erwies sich als schwieriges Unterfangen. Seit 1975 bestand keine Jugendkapelle mehr.  

Nach dem Tod von Matthäus Duttine übernahm Toni Zischka im Jahr 1972 als Dirigent die musikalische Leitung des Musikvereins. Diese Aufgabe füllte ihn bis zum Frühjahrskonzert im Jahre 1990 aus. Der Blaskapelle des Musikvereins gab die 18 Jahre dauernde Schaffenszeit des Dirigenten Toni Zischka die Möglichkeit, sich trotz zeitweiliger Rückschläge kontinuierlich zu erholen und zu entwickeln. Im Jahr 1990 wurde er zum ersten Ehrendirigenten des Musikvereins ernannt.  

Im Jahre 1983 gab Leo Reuter das Amt des 1. Vorsitzenden aus Altersgründen ab. Leo Reuter wurde am 15. Oktober 1989 vom Bundesverband Deutscher Blasmusikverbände für 60 Jahre aktiver Tätigkeit als Blasmusiker ausgezeichnet und ist noch heute aktiv.  

Als neuer Vorsitzender wurde 1983 aus den Reihen der aktiven Mitglieder Herr Manfred Roth gewählt. In seine Vorstandszeit fällt in Zusammenarbeit mit Toni Zischka die Einführung des jährlichen Frühjahrskonzertes und des schon zur Kleinostheimer Festtradition gewordenen Dorffestes der Blasmusik im August. Auch der erste Besuch bei den Musikfreunden unserer französischen Partnergemeinde Bassens fällt in die Amtszeit von Manfred Roth.  

Im Oktober 1985 übernahm mit 23 Jahren Ulrich Reuter das Amt des 1. Vorsitzenden. Die in den letzten Jahren verstärkte Jugendarbeit steht seither auf der Tagesordnung jeder Vorstandssitzung und jeder Mitgliederversammlung. In diesem Jahr absolvierten erstmals in der Geschichte des Vereins neun junge Musikerinnen und Musiker die Prüfung für das Leistungsabzeichen in Bronze des Bundes Deutscher Blasmusikverbände.

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